Fachtag „Erste Hilfe Outdoor“

Ein Verein ist auf Jugendfreizeit, eine Geocaching-Tour durch die Natur wird gemacht bei knapp 30 Grad. Plötzlich wird einem Teilnehmer schwindelig, stolpert und stürzt 10 Meter einen bewachsenen Hang hinunter. Was ist in dieser Situation das richtige zu tun und was zu beachten? Hat sich der Jugendliche etwas gebrochen? Eine blutende Wunde oder andere Verletzungen, die auf dem ersten Blick nicht zu sehen sind?

Um in einer solchen oder ähnlichen Situation einen klaren Kopf zu bewahren und richtig zu handeln bedarf es besonderen Know-hows und kann Lebensentscheidend sein. Dieses Know-how konnten beim diesjährig ersten Lehrgang des Sportkreises Mainz/Mainz-Bingen der Sportjugend-Rheinhessen, „Erste Hilfe: Outdoor“ geschult werden. Dieser fand statt bei gutem Wetter im Lennebergwald zwischen Budenheim und Heidesheim.

Gegen 9 Uhr begrüßte das Referententeam um Notfallsanitäter Matthias Hirsch die zehn Teilnehmer im „Grünen  Haus“. Kurz darauf ging es auch schon raus in den Wald. Ziel des Tages war es, die zehn anwesenden Teilnehmer für den Ernstfall bei Outdoor-Aktivitäten zu rüsten, sowohl psychisch wie auch physisch. Der Schwerpunkt lag besonders bei Situationen, in denen beispielsweise ein Krankenwagen nicht so einfach gerufen werden kann oder es deutlich länger dauert bis Hilfe eintreffen wird, da der nächste Ort über 20 Kilometer entfernt liegt.

Zu Beginn des Lehrganges haben die Teilnehmer Rucksäcke mit nützlichem Material gepackt, welche neben dem bekannten Erste-Hilfe-Set mit auf Abenteuerreise gehen sollten, um im Notfall verunglückte Personen noch besser helfen bzw. retten zu können. Dazu gehören unter anderem Panzer-Tape, Flea-Bandage-Tape, SAM-Splint Schiene und Kabelbinder.

Nach einem kleinen Theorieteil, in dem es darum ging, Situationen einzuschätzen und Hilfe-Maßnahmen abzuwägen, kamen in verschiedenen Rollenspielen mit fiktiven Extremsituationen diese Materialen dann zum (richtigen) Einsatz. Aufgeteilt in 3 Gruppen wurden die Fälle: Überhitzung, Unterkühlung und Allergischer Schock behandelt. Auch die Erstversorgung von Knochen-Frakturen wurden praktisch geübt. Mit kreativen Eigenkonstruktionen aus Ästen und dem vorhandenen Notfall-Equipment wurden Unterarm und Unterschenkel funktional geschient.

Auch Tragen zum Abtransport wurden aus Gehölz, Kabelbinder, Tape und Jacken gebaut. Diese kamen bei der Finalen Abschlussübung zum Einsatz. Zwei Teams hatten jeweils die Aufgabe eine verunglückte Person zu versorgen und anschließend zu bergen und zur Notfall-Station zu bringen.

Die Lehrgangsteilnehmer hatten viel Spaß im Lennebergwald, wobei der nötige Ernst nie abhanden kam. Neben dem erlernten Wissen konnten sie auch viele praktische Tipps mitnehmen, welche sie hoffentlich nicht so schnell anwenden müssen, aber dennoch nicht vergessen werden.