Jung mit viel Erfahrung – Franziska Moritz im Interview

Die 30-jährige Franziska Moritz führt Sportjugend Rheinhessen – Menschen im Mittelpunkt

Pädagogisch ausgebildet, mit 30 Jahren bereits etliche Jahre in Führungspositionen im Verein und Verband. Klingt nach perfekter Besetzung für den Vorsitz einer Sportjugend. Ist es auch, so jedenfalls votierten die Delegierten der Vollversammlung des rheinhessischen Nachwuchses. Franziska Moritz überzeugte die Teilnehmer des Online-Meetings und wurde von Ihnen zur Spitzenkraft gekürt. Ihre Ziele, Ideen und Voraussetzungen legt Sie im Interview offen.

Hallo Frau Moritz, sie übernehmen den Vorsitz der Sportjugend Rheinhessen mit einem jungen Team mit vielen neuen Gesichtern. Was reizt Sie an der Aufgabe?
Franziska Moritz: „Besonders reizvoll an der Aufgabe als Mitglied des Vorstandes der Sportjugend Rheinhessen finde ich die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten. Gemeinsam kann man sich aktuell bestehenden Veränderungen und damit verbundenen Schwierigkeiten für die Vereine annehmen und Neues ausprobieren. Aktuell ist sehr viel, sehr positive Bewegung in den organisierten Sport in Rheinland-Pfalz gekommen. Vieles wird auf neue Füße gestellt und viele Entwicklungen sind ins Laufen gekommen. Diesen Change-Prozess mit zu gestalten ist eine tolle Herausforderung.“

Haben Sie schon konkrete Ziele, die Sie nennen können? Immerhin sind Sie seit vielen Jahren schon ehrenamtlich intensiv eingebunden, kennen das Geschäft.
Moritz: „Meine eigenen Kompetenzen gewinnbringend mit meinen gesammelten Erfahrungen aus einigen Jahren der Vereinsarbeit und Jugendarbeit verbinden und im Team Wege finden, um die Sportjugend nachhaltig und zukunftsfähig mitgestalten zu können. Das ist ein persönliches Ziel von mir. In meiner Funktion möchte ich vor allem durch ein gutes Miteinander und eine strukturierte Kommunikation zwischen Haupt- und Ehrenamt beitragen, um möglichst zielgerichtet und ressourcenschonend neue Projekte anzugehen und immer wieder Entwicklungen und Strukturen anzupassen. Im Vordergrund sollen die Menschen und Vereine stehen, die die Sportjugend Rheinhessen ausmachen und beleben.“

Wie definieren Sie die Aufgabe einer Sportjugend Rheinhessen?
Moritz: „Aufgabe einer Sportjugend Rheinhessen ist es aus meiner Sicht eine Art Vorbild in Themen und Strukturhilfe für Vereine zu sein. Dabei geht es darum, mit den Vereinen und ihren Mitgliedern im Austausch zu stehen, um passende jugendpolitische und sportliche Angebote zu entwickeln und zu fördern. Gleichzeitig ist es wichtig, Neuerungen anzupassen und sowohl neue Wege zu beschreiten als auch den Mut zu haben, eingeschlagene Wege zu verlassen, wenn sie sich nicht als zielführend erweisen.“

Wie schätzen Sie die Chancen zur Umsetzung dafür in dieser Corona-Krise ein?
Moritz: „Gerade das Jahr 2020 hat mit seinen Entwicklungen gezeigt, dass Flexibilität und Offenheit wichtig sind, um Nachhaltigkeit möglich zu machen. Vereine und vor allem der Kinder- und Jugendsport stehen vielen neuen Herausforderungen gegenüber, mit denen sich die Sportjugend Rheinhessen zukünftig beschäftigen muss.“

Als Vorsitzende gehören sie automatisch auch dem Leitungsteam der Sportjugend Rheinland-Pfalz an. Ist das eher Last oder Lust für Sie?
Moritz: „Sicherlich ist es möglich mit einer guten Kommunikations- und Entwicklungsstruktur Inhalte auch RLP-weit einbringen zu können. Vor allem die Schwierigkeiten der Gewinnung von Ehrenamtlichen im Sport und auch die Unsicherheiten der Helfenden können eventuell im größeren Stil angegangen und gelöst werden. Vor allem ist es aber sicher wichtig, Inhalte, Aufgaben und Strukturen der Sportjugend RLP, beginnend in Rheinhessen transparent zu kommunizieren, um langfristig zu zeigen, dass man sich über den eigenen Verein hinaus engagieren kann. Wir möchten mit unserem neuen Team junge Menschen motivieren, sich zu engagieren. Wir wollen zeigen, dass es sinnvoll ist, einen menschliche weiterbringt und überhaupt eine wertvolle Aufgabe ist – für einen selbst und für seine Mitmenschen.“

Wofür sollte die Sportjugend Rheinhessen ihrer Meinung nach stehen?
Moritz: „Es ist wichtig, deutlich zu machen, dass die gemeinsame Arbeit nicht von alten Mustern und starren Strukturen behindert wird, sondern in der Zukunft auch neue Wege möglich gemacht werden sollen. Eine Sportjugend muss innovativ sein, probierfreudig sein dürfen und bereit sein, Entwicklungen anzustoßen. Mit unserem neuen Team bin ich sehr zuversichtlich, dass wir das hinbekommen. Ich freue mich auf die Aufgabe und über das Vertrauen durch die Wahl der Delegierten.“

Das Gespräch führte Thorsten Richter.